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Homo habilis

Homo habilis gilt als einer der frühesten Vertreter der Gattung Homo und markierte mit der Herstellung von Steinwerkzeugen (Oldowan-Kultur) sowie einer fortschrittlicheren Gehirnentwicklung einen wichtigen Schritt in der Evolution des menschlichen Intellekts. Er ist potenzieller direkter Vorfahre von Homo erectus und somit auch vom modernen Menschen.

Steckbrief

Bedeutung des Namens

H.habilis «geschickter Mensch» – die ersten Steinwerkzeuge machen ihn zum menschlichen Vorfahren

Fundort

Ostafrika (Äthiopien, Tansania, Kenia, Malawi)

Alter

2,4–1,4 Millionen Jahre

Grösse und Gewicht

: 1,3 m, 50 kg
: 1,0 m, 30 kg

Hirngrösse

Hirnvolumen zwischen 510–700 cm3, (grösser als bei Australopithecinen, aber kleiner als bei späteren Homo-Arten)

Körpermerkmale

Grösseres Hirnvolumen als bei den Australopithecinen, Hirnschädel niedrig, aber rund und grazil, mit prominenten Überaugenwülsten, untere Gesichtshälfte schlanker, das Gesicht relativ flach mit kleinen Jochbeinen, relativ lange Arme im Verhältnis zur Körpergrösse, gut entwickelter Daumen, kurze Beine, Fuss mit Gewölbestruktur weniger zum Klettern angepasst.

Zähne

Kleinere und schmale Backenzähne, während Schneide- und Eckzähne breit sind.

Lebensraum

Wälder, Savannen und Buschland in Ostafrika.

Ernährung

Pflanzenbasiert (Früchte, Blätter, Wurzeln, Knollen, Samen und Nüsse), wenig tierische Nahrung.

Werkzeuge und Sozialverhalten

Erste Nutzung einfacher Steinwerkzeuge, z. B. Abschlagwerkzeuge und Geröllgeräte (Oldowan-Kultur). Erstmaliger Beleg für systematischen Werkzeuggebrauch in der Menschheitsgeschichte.
Vermutlich in kleinen Gruppen lebend, Kommunikation möglicherweise komplexer als bei früheren Vorfahren

Bekanntester Fund

Das Fossil OH 7 (genannt «Johnnys Kind») wurde von Jonathan Leakey im Herbst 1960 entdeckt. Es handelt sich dabei und den 1,75 Mio. Jahre alten, vollständig erhaltenen, bezahnten Unterkiefer eines Kindes.

Bedeutung für die Evolution

Im Vergleich zum früheren Australopithecus und zum gleichzeitig lebenden Paranthropus hatte Homo habilis mit ca. 650 ccm ein um 30 % grösseres Hirnvolumen
Die eher kleinen Zähne deuten auf eine vielfältige, möglicherweise fleischbasierte Ernährung.
Homo habilis wird traditionell als einer der ersten Hominiden-Arten betrachtet, die Werkzeuge herstellte. In der Region Koobi Fora wurde eine Vielzahl von Oldowan-Werkzeugen gefunden. Es wird angenommen, dass Homo habilis diese Werkzeuge verwendete, um Nahrung zu verarbeiten, möglicherweise um Fleisch von Knochen zu schneiden oder Pflanzen zu zerkleinern. Die Verwendung von Werkzeugen markiert einen bedeutenden evolutionären Schritt in der menschlichen Evolution.
Die Kombination von Werkzeuggebrauch und einer zunehmenden Gehirnkapazität förderte die kognitive Entwicklung und Anpassungsfähigkeit.

Weiterführende Informationen

Nature Publikation

Leakey, R. (1973). Further evidence of Lower Pleistocene hominids from East Rudolf, North Kenya.