Lockendes Echo
Marcgravia evenia ist nicht die einzige süss-klingende Pflanze, die Fledermäuse mit einem akustischen Köder anlockt. In den Regenwäldern Costa Ricas verfolgt die Pflanze Mucuna holtonii eine ähnliche Strategie, allerdings auf eine noch raffiniertere Weise.
Bei einer frisch geöffneten, mit Nektar gefüllten Mucuna-Blüte ist eines der Blütenblätter hochgeklappt und dient als Echo-Reflektor: ein Zeichen für Fledermäuse, dass die Blüte für einen Nektarbesuch geöffnet ist. Besucht nun eine Fledermaus die Blüte, löst ihre Berührung das ultraschnelle Herausklappen der Geschlechtsorgane in der Blüte aus. Die Staubbeutel legen eine Ladung Pollen auf dem Hinterteil der Fledermaus ab, und die Narbe platziert sich so, dass sie Pollen von anderen Mucuna-Blüten aufnimmt, welche die Fledermaus von einem früheren Besuch einer anderen Blüte möglicherweise auf sich trägt.
Dieser Vorgang verändert das reflektierte Echo dieser Blüte und signalisiert anderen Fledermäusen, dass die Blüte bereits besucht wurde und der meiste oder sogar der gesamte Nektar aufgebraucht ist.