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Duftend oder stinkend?

Je nach Blütentyp duften Pflanzen entweder am Tag oder in der Nacht. Blütendüfte sind Botenstoffe und sollen – normalerweise – die Bestäuber von weit her anlocken. Für die Anlockung über kurze Distanzen sind die Blütenfarben verantwortlich. Wusstest du, dass es Blütendüfte schon sehr lange gibt? Spektakuläre Funde von in Bernstein eingeschlossenen Blumen zeigen, dass Blüten bereits vor mindestens 100 Millionen Jahren dufteten – das war zur Zeit der Dinosaurier!
 
Die grössten Einzelblüten des ganzen Pflanzenreichs finden wir bei den Rafflesien. Im Extremfall können sie einen Durchmesser von mehr als einem Meter haben! Die Blüten sind stets rot-braun gefärbt – was an verwesendes Fleisch oder Exkremente erinnern soll – und stinken erbärmlich, was Fliegen als Bestäuber anlockt. Interessanterweise ist eine andere Pflanze mit riesigen rot-braunen Einzelblüten auch ein extremer Stinker und wird von Fliegen bestäubt. Es ist die sogenannte Aristolochia (Osterluzei). Und: der Titanwurz (Amorphophallus titanum) der Familien der Aronstabgewächse vereinigt viele hundert kleine Blüten in einem riesigen rot-braunen Blütenstand und – kaum verwunderlich – stinkt zum Himmel!
 
Riesenblüten und Gestank das scheint ein Prinzip zu sein.  Aber Achtung: das Prinzip ‘Stinken’ ist bei den Pflanzen eine äusserst beliebte Art Bestäuber anzulocken. So wundert es nicht, dass es stinkende Blüten in allen möglichen Grössen gibt. Beispielsweisen haben einige Arten der Orchideengruppe Bulbophyllum winzige Blüten sind rot-braun, stinken und werden von winzigen Fliegen bestäubt.